Hochwasserschutz

Was ist Hochwasser

Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Sie treten regelmäßig auf und sind charakteristisch für das Abflussverhalten von Flüssen. Mit der Gestaltung unserer Umwelt beeinflussen wir allerdings die Entstehung, Verlauf und die Auswirkungen von Hochwasserereignissen maßgeblich. So häufen wir „Werte“ in Gebieten an, die ehemals den Flüssen als Überschwemmungsflächen zur Verfügung standen. Trifft ein Hochwasser auf flussnahe Siedlungen oder Industriegebiete, so kann es sehr hohe Schäden verursachen.

Rettungsring

Regelmäßige Hochwasser haben auch eine wichtige ökologische Funktion. Tiere und Pflanzen in natürlichen Gewässern haben sich an den Wechsel zwischen Überflutung und Austrocknung angepasst. Sie benötigen die Vielfältigkeit der Lebensräume, die durch die Wasserstände hervorgerufen wird. Durch den Klimawandel verändert sich in Deutschland in Zukunft die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Hochwasser. Darauf müssen wir uns einstellen.

Hochwasserschutz

Schon seit Beginn der Evolution siedeln Menschen sich dort an, wo Wasser ist und bebauen dabei oftmals die natürlichen Überschwemmungsflächen der Gewässer. Das Wasser versickert nicht mehr lokal in den Boden. Es findet kein oder nur ein eingeschränkter Wasserrückhalt in der Fläche statt. Auch die Niederschläge können in diesen Gebieten nicht mehr in den Boden absickern. Mit der Umgestaltung unserer Umwelt wird das natürlich Abflussverhalten von Gewässern stark beeinflusst und das Risiko für Hochwasserkatastrophen verstärkt.

Dort wo Wohngebiete, Industrie und Verkehrswege von Hochwasser bedroht werden, ist technischer Hochschutz erforderlich. Die Aabach-Talsperre ist eine dieser Hochwasserschutzmaßnahmen. Bei starken Niederschlägen oder Schneeschmelzen und dem darauffolgenden Übergehen der Flüsse werden die Wassermengen in den Aabachstausee eingespeist. Durch einen Hochwasserentlastungsturm im Stausee, knapp 3 Meter unter der Dammkrone, wird ein Überströmen des Dammes verhindert und das Wasser gezielt hinter dem Damm abgelassen.

Hochwasserkatastrophe 1965
Hochwasserkatastrophe 1965
Bau der Stollensysteme 1975
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Bewirtschaftung

Talsperren sind als ein zusammenhängender Bestandteil des Naturhaushalts zu verstehen und auch so zu bewirtschaften. Sie haben vielfältige Aufgaben und müssen diesen Anforderungen gerecht werden. Dabei spielt das Umweltbewusstsein eine große Bedeutung.

Wassermengen- und Wassergütebewirtschaftung
Talsperren bewirken eine Unterbrechung ehemals durchgängiger Fließgewässer und beeinflussen somit die Abflußdynamik und den qualitativen Zustand eines Gewässers hinsichtlich ihrer organischen Belastung (Gewässergüte). Mit der zusätzlichen Funktion des Stausees zur Speicherung des Wassers als Trinkwasserreservoir und dem Hochwasserschutz ergeben sich grundlegende Bestandteile der Gewässersysteme, die vom Verband der Aabach-Talsperre streng überprüft und im Gleichgewicht gehalten werden müssen.

Anhand einer Datenbank von Wassermessdaten aus Messstationen in den Flüssen rund um die Talsperre sowie den aktuellen Messdaten und Prognosen zur aktuellen Wetterinformationen, können Simulationsmodelle erstellt werden. Auf Basis dieser Modelle ist es möglich, den Wasserzufluss und die Speicherkapazität zu errechnen und somit frühzeitig vor Hochwasser zu warnen.